Die Idee Vinyl an die Wand zu kleben hat mir gleich so gut gefallen, dass ich kurzerhand ein kleines Wandtattoo von very sticky bestellte und das mal ausprobierte.
Geliefert wurde die Folie per Post, Luft gepolstert, mit Schleifchen dran und einer kleinen handgeschriebenen Notiz. Sehr nett. Ist man als IKEA-Kunde ja gar nicht gewohnt, wo man dort ja nicht mal darauf aufmerksam gemacht wird, dass man dabei ist eine Küche zu kaufen die keinen einzigen Griff hat. (Apropos IKEA, nach Lektüre der aktuellen Le Mond Diplomatique “Die Globalisierungsmacher” sind mir bis auf weiteres IKEA-Besuche vergangen.)
Eine Anleitung wie das kleine Kunstwerk erfolgreich an die Wand geklebt wird ist auch dabei. Hat man mal herausgefunden was denn nun Übertragungspapier und Trägerfolie ist, ist man auch in der Lage diese zu verstehen.
Aber im Großen und Ganzen ist das an die Wand kleben kein Problem:
Trägerfolie ab (das ist die nicht-transparente)
Motiv auf der Übertragungsfolie (das ist die transparente) an die gewünschte Stelle an die Wand kleben
gut feststreichen
nein, wirklich gut feststreichen
30 Minuten warten
Übertragungsfolie vorsichtig abziehen und aufpassen dass sich das Motiv sauber von der Folie löst
Von meiner Wand haben sich hin und wieder Folie mit Wandverputz gelöst, was aber eher an dem schleißigen Wandverputz als an der Folie liegt. Deswegen hab ich das ganze wirklich mit großer Vorsicht von der Übertragungsfolie abgezogen, sonst hätte ich Teile der Wand mitgenommen.
Resultat:
ich hab jetzt ca. 2m hohen Schilf in der Wohnküche an der Wand stehen, der nicht gegossen oder sonst wie gepflegt werden muss. Davon abgesehen, gefällt mir der Wandschmuck wirklich sehr gut, ein klares, einfaches und ruhiges Design, genau richtig.
Noch immer nicht mit meiner Lampensituation zufrieden, machte ich letztens einen Abstecher in einen kleinen Laden, an dem ich fast täglich vorbei komme, aber immer nur am Schaufenster hängen blieb und nie eintrat.
Design of 20th Century ist der etwas hochtrabende Name (die Website dürfte übrigens auch auf diese Periode zurückgehen), und es findet sich dort allerhand Klein-Mobiliar der 50er bis 70er. Wobei das schöne daran ist, dass es keine schnöden Nachahmungen sind, sondern es sich tatsächlich um original alte Lampen, Beistelltische, Sessel, Uhren und Wecker (mit diesem schwarzen Fallziffernblatt!), etc. handelt. Soweit ich das beurteilen kann.
Eine schlichte weiße 60er Plastiklampe hätte ich mir fast gekauft. Problem war aber, dass sie nur 60 Watt aushielt und auch nicht groß genug für Energiesparlampen war. Und 60 Watt sind für Raumbeleuchtung zu wenig, ginge nur wenn sie zum Beispiel knapp über dem Esstisch hängt, dann sind 60 Watt ausreichend. Da der Esstisch aber noch immer fehlt, kann ich noch keine dazu passende Lampe kaufen. Leider, die war echt schön.
Letztens flatterte der neue Katalog 2007/2008 vom möbel zur Bobotüre rein. Einiges vom Inhalt blieb gleich (die tollen Tapeten zum Beispiel), aber einige ganz Interessante Sachen sind natürlich auch neu dazu gekommen.
Gleich vorweg, ich glaub das wird eine kleine Möbelkatalogserie. Vier fünf Stücke daraus erzeugen jedenfalls einen unmittelbaren Habenwollen-Effekt, wenn denn nur der Platz in der Wohnung dafür auch vorhanden wäre.
… Ein schlichter Polsterblock, mit gutem Sitzkomfort, auch als Bett nutzbar. … Als modulares System besteht es aus kubischen Basiselementen, die variabel erweiterbar sind. Hocker, Einsitzer, Mehrsitzer, Eckelement oder eine ganze Sitzlandschaft – der Benutzer stellt die auch fest miteinander zu verbindenden Grundelemente des Möbels zusammen und ergänzt sie mit Rücken-, Armpolstern und Ablagen. …
Das Konzept gefällt mir äußerst gut. Ich selbst habe mir ja ein ähnliches Sofa vor einem halben Jahr zugelegt und kann die Vorteile von “ich mach jetzt aus der Eckbank eine Spielwiese” nur unterstreichen. Die beiden Designer Kai Ertel und Matthias Furch haben die Modulidee wirklich ausgezeichnet umgesetzt. So lässt sich neben dem gewohnten Wohnzimmersitzutensilien beispielsweise auch ein kleiner Turm bauen, auf dem man dann über sein Wohnzimmer thronen kann. Damit gehen wahrlich Kindheitsträume in Erfüllung!
Einzig die eckige Arm/Kopflehne macht mich etwas skeptisch. Bei meinen Sofatests musste ich damals feststellen, dass runde Kopfelemente weit gemütlicher sind als eckige. Aber mit runden Elementen würden wiederum Abstriche bei der Modularität bedeuten.
Wie auch immer, das Universal Sofa hat mich jedenfalls begeistert!
Eine Domäne unserer Konsumgesellschaft, in der bis dato anscheinend jegliche Standardisierungsanläufe scheiterten, sind Staubsaugerbeutel. Wie sonst kann es sein, dass so manche Staubsaugerbeutelausstellungsflächen in Elektromärkten fast mehr Platz in Anspruch nehmen als die Staubsaugerausstellungsflächen selbst.
Ohne ausführliche vorhergehende Recherche sind potentielle Staubsaugerbeutelkäufer sowieso auf verlorenem Posten. Einfach so in den Elektromarkt zu spazieren und sozusagen ad-hoc einen passenden Staubsaugerbeutel zu finden gehört zu den letzten großen Herausforderungen der Menschheit.
Bei meiner Staubsaugerbeutelrecherche stieß ich auf die Staubsaugerbeutelsuchmaschine bei Swirl, meines Erachtens DER Instanz in Sachen Staubsaugerbeutel. Dort fand ich sogar meinen kleinen vor Jahren in einer Aktion erstanden Staubsauger (der nach wir ausgezeichnete Dienste verrichtet). Gut, erster Teil der Mission wäre erfolgreich abgeschlossen und der Staubsaugerbeuteltyp ist identifiziert: Swirl Y 98.
Voll Stolz gehe ich mit meiner Staubsaugerbeuteltypenbezeichnung zum Schlecker ums Eck, der Swirl-Staubsaugerbeutel führt. Leider musste ich vor dem Swirl-Regal feststellen, dass genau der Y98 schon ausverkauft war. Also fragte ich an der Kassa nach, wann sie denn den Y98 nachbekommen würden. “Gar nicht mehr.” war die erschütternde Anwort. Bei Schlecker läuft das Staubsaugerbeutelprogramm aus. Die Beutel verkaufen sich nicht weil anscheinend immer mehr Kunden auf beutellose Staubsauger umstellen.
Was ist da los, gehöre ich etwa zu den Staubsaugerbeuteldinosauriern? Oder sind wir hoffnungslos der beutellosen Staubsaugermafia ausgeliefert?
Auf alle Fälle werde ich jetzt sobald als möglich einen Y98 Vorrat anlegen.
Das Thema Vinyl an der Wand führte ja schon an dieser Stelle zu einer kontroversiellen Diskussion. Allen Freunden des schicken Wandschmucks die nicht gleich ihre geliebten Schallplatten der Wand opfern möchten, sei Very Sticky ans Herz gelegt.
Veronika Zillner produziert in der Schraubenfabrik unter dem Label Very Sticky schöne Wandtattoos in Form von selbstklebenden Vinylfolien in verschiedenen grafischen Motiven und bunten Farben.
Hmm, vielleicht sollte ich das mal im Büro anregen. Nachdem wir alle Pflanzen aus unserem Zimmer verbannten wäre ein an der Wand klebendes Gummibaumblatt aus Vinyl eine Möglichkeit den leidigen “Was habt ihr eigentlich gegen Plfanzen?”-Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Auch der pinke Zwölfender würde sich im Besprechungszimmer äußerst gut machen.
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