Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!
Wegen eines vor einem Jahr noch unvorhersehbarem Ortswechsels werde ich die Wohnung auflassen und Teile meiner Einrichtung wieder verkaufen. Darunter befinden sich ein 180×200 Tatami Bett mit 160×200 Baumwolle/Naturlatex/Kokos Futon, mit kleinem Beistelltisch und grünem Wandfuton

und der nette 80×80 große Esstisch “Brown Sugar” in amerikanischer Nuß.


Falls Interesse an diesen beiden Teilen besteht, bitte hier ein Kommentar hinterlassen oder einfach mit mir in Kontakt treten.
Bei mir, als Kind der späten 70er bzw. frühen 80er, hinterlässt das Wort Tapete gleich mal einen etwas grausam gemusterten altfaderischen Nachgeschmack. Dass dem nicht unbedingt so sein muss, und auch Tapeten ansprechendes Design haben können, beweist zum Beispiel die Berliner Tapetenschmiede Extratapete.
Schon seit längerem spiele ich mit dem Gedanken mir Yasumi aus der Kollektion 2 an die Schlafzimmerwand zu kleben. Das Motiv hat einfach sowas beruhigendes und würd glaub ich ganz gut zu dem Tatami-Bett passen. Auch so manche Borten würden mir gefallen. Nur, wo anbringen? Mal schauen was sich da machen ließe…
Wer es natürlich klassisch, im guten alten 70er Tapetendesign, bevorzugt wird bei Tapeten der 70er gut bedient. Zugegeben, die haben ja schon was. Vielleicht war die Tapetenmusterauswahl meiner Erziehungsberechtigten damals nicht so ganz optimal, was zu einem kleinen Tapetentrauma meinerseits führte und ich seit jeher klare weiße Wände, wenn geht auch ohne Behang, liebe.
Von dem Tatami-Bett bin ich ja nach wie vor begeistert. Die harten Tatami-Matten gepaart mit dem weichen Futon – meiner ist gefüllt mit Baumwolle, Naturlatex und Kokos – als Auflage bieten für meinen Geschmack einen herrlichen Schlafkomfort.
Einmal im Monat sollte die Baumwolle im Futon “aufgeschüttelt” werden. Damit bleibt die Formstabilität bewahrt und es bilden sich keine Schlafmulden wo die Baumwolle zusammengepresst ist.
Das geht ganz einfach indem man den Futon zusammenrollt. Zusätzlich drehe ich ihn noch um 180 Grad. Das sollte auf jeden Fall ausreichen um die Baumwolle im Futon wieder gleichmäßig zu verteilen.


2 Monate wurde es ernsthaft versucht und intensiv getestet. Ursprünglich voller guter Vorsätze für Nacken und Halswirbel, aber jetzt fliegt er endgültig raus, der ergonomische Polster!
So gut er auch für eine gesunde nächtliche Körperhaltung sein mag, der gemeine Schlafraub überwiegt allemal.
Die ergonomische Polsterform lässt genau eine Schlafposition zu und die erinnert mich dramatisch an Leichenstarre. Verlässt man diese Position wird man vom Ergonomie-Polster mit aufwachen gestraft. Eine seitliche Schlafposition toleriert er nur solange sich der seitlich liegende Rücken im exakten rechten Winkel zur Matratze befindet. Ein Abweichen davon wird wiederum mit sofortigem Aufwachen bestraft. Der Ergonomie-Polster kennt da kein Erbarmen! Sich nächtens auf den Bauch drehen? Nicht einmal daran denken!
Wie auch immer, jetzt findet sich ein guter alter mit Baumwolle gefüllter 60×80 Polster im Bett und geschlafen wird wie ein Weltmeister darauf! Der Ergonomie-Polster, der bleibt vorerst mal für unliebsame Gäste reserviert…
Wie aufregend!
Pünktlich um 11:00, wie bestellt, war ich da um den Schlüssel zur neuen Wohnung in Empfang zu nehmen. In meiner Naivität ging ich davon aus, dass das ganze ruhig und koordiniert ablaufen würde. Z.B. die Schlüsselübergabe für alle neuen Bewohner vielleicht über den Tag verteilt stattfinden würde, damit nicht alle zukünftigen Bewohner wie wild gleichzeitig die Schlüsselübergabestelle und danach das Gebäude stürmen. Aber gut, der Bezirksvorsteher und die Bauträger ließen es sich nicht nehmen, die Schlüsselübergabe mit samt diversen Vizebürgermeisterinnen etwas zu zelebrieren. Ansprachen gab es jede Menge, Geschenküberreichungen von Bezirk zu Stadt und natürlich von und zu Bauträger.
Ein bisschen an die Volksschule erinnerte dann die tatsächliche Schlüsselübergabe: jeder neue Bewohner wurde aufgerufen, musste vor zum Rednerpult, wo ihm/ihr mit stattlichem Handshake und Siegerfoto der Schlüssel überreicht wurde.
Mein Gott war das ein Trara!
Einige Einrichtungsstreber kamen natürlich gleich mit dem Kleinlaster voller Einrichtung und begannen unmittelbar nach ihrem Handshake, gefolgt von Bemängelungsprotokoll, mit dem Einrichten der neuen Wohnung, was gleich mal zu einer Überlastung des Lift’s führte. Ich fing ganz klein an, montierte ein paar Fassungen für Glühbirnen und ließ mir nur mal das Bett liefern.
Highlight war natürlich der Zugang zur Außenwelt direkt von der Wohnung entweder über die Loggia oder noch besser, gleich auf das Dach rauf. Morgen geh ich Liegestuhl kaufen. Der ist jetzt wirklich wichtig!

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