Bei mir, als Kind der späten 70er bzw. frühen 80er, hinterlässt das Wort Tapete gleich mal einen etwas grausam gemusterten altfaderischen Nachgeschmack. Dass dem nicht unbedingt so sein muss, und auch Tapeten ansprechendes Design haben können, beweist zum Beispiel die Berliner Tapetenschmiede Extratapete.
Schon seit längerem spiele ich mit dem Gedanken mir Yasumi aus der Kollektion 2 an die Schlafzimmerwand zu kleben. Das Motiv hat einfach sowas beruhigendes und würd glaub ich ganz gut zu dem Tatami-Bett passen. Auch so manche Borten würden mir gefallen. Nur, wo anbringen? Mal schauen was sich da machen ließe…
Wer es natürlich klassisch, im guten alten 70er Tapetendesign, bevorzugt wird bei Tapeten der 70er gut bedient. Zugegeben, die haben ja schon was. Vielleicht war die Tapetenmusterauswahl meiner Erziehungsberechtigten damals nicht so ganz optimal, was zu einem kleinen Tapetentrauma meinerseits führte und ich seit jeher klare weiße Wände, wenn geht auch ohne Behang, liebe.
2 Monate wurde es ernsthaft versucht und intensiv getestet. Ursprünglich voller guter Vorsätze für Nacken und Halswirbel, aber jetzt fliegt er endgültig raus, der ergonomische Polster!
So gut er auch für eine gesunde nächtliche Körperhaltung sein mag, der gemeine Schlafraub überwiegt allemal.
Die ergonomische Polsterform lässt genau eine Schlafposition zu und die erinnert mich dramatisch an Leichenstarre. Verlässt man diese Position wird man vom Ergonomie-Polster mit aufwachen gestraft. Eine seitliche Schlafposition toleriert er nur solange sich der seitlich liegende Rücken im exakten rechten Winkel zur Matratze befindet. Ein Abweichen davon wird wiederum mit sofortigem Aufwachen bestraft. Der Ergonomie-Polster kennt da kein Erbarmen! Sich nächtens auf den Bauch drehen? Nicht einmal daran denken!
Wie auch immer, jetzt findet sich ein guter alter mit Baumwolle gefüllter 60×80 Polster im Bett und geschlafen wird wie ein Weltmeister darauf! Der Ergonomie-Polster, der bleibt vorerst mal für unliebsame Gäste reserviert…
Veröffentlicht am
Juli 17, 2007 in
Am Wohnen undIdeen.
Tags: Ausschlafen, Jalousien, Morgen, Problem, Rollo, Schlafbrille, Schlaflosigkeit, Schlafmaske, Schlafzimmer, Sonne.
Von der Morgensonne geweckt zu werden ist zwar sehr nett und auch eine angenehme Art auf zu wachen, aber passiert das täglich um ca. 5:11 morgens, gefolgt von intensiver Sonneneinstrahlung ins ostseitig gelegene Schlafzimmer, dann erwischt man sich schon hin und wieder mit dem Gedanken spielend dieses verd**** Fenster einfach wieder zu zu betonieren.
Inzwischen sind an diesem Fenster 2 Rollos angebracht: ein dunkles um die schlimmste morgenliche Sonneneinstrahlung abzuschirmen und ein nettes helles Papierrollo, mehr wegen der schicken Optik denn als Sonnenschutz.
Sommer heißt aber auch bei offenem Fenster schlafen. Nun reicht schon der 4cm breite Fensterkippspalt bereits aus, der um ca. 5:19 so grell aufleuchtet dass fast eine Schweißbrille benötigt wird um mit offenen Augen Richtung Fenster zu schauen, das ganze Zimmer auszuleuchten.
Was tun also? Vor allem bei einer krassen Vorhangphobie?

Schlafbrille war die Lösung. Klingt jetzt vielleicht etwas altbacken, gar imperialistisch anmutend (ich muss da immer an Menschen in Barockperücken denken), aber hilft. Wenn man denn mal eine Schlafmaske gefunden hat, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Flughafenutensilienshop im Boardingbereich war dann die Lösung, wo eine dunkle und bequeme Schlafmaske erstanden wurde.
Jetzt ist ein angenehmer Schlaf auch bei weit offen stehenden Fenster bis Mittags problemlos möglich ohne diese dicken spanischen Rollos aufwendig an der Außenseite zu montieren, ja gar die Demontage der hässlichen dunklen Rollos wird wieder angedacht. Nur Sonnencreme auftragen darf nicht vergessen werden, sonst gibt es ein böses Erwachen…
Wie aufregend!
Pünktlich um 11:00, wie bestellt, war ich da um den Schlüssel zur neuen Wohnung in Empfang zu nehmen. In meiner Naivität ging ich davon aus, dass das ganze ruhig und koordiniert ablaufen würde. Z.B. die Schlüsselübergabe für alle neuen Bewohner vielleicht über den Tag verteilt stattfinden würde, damit nicht alle zukünftigen Bewohner wie wild gleichzeitig die Schlüsselübergabestelle und danach das Gebäude stürmen. Aber gut, der Bezirksvorsteher und die Bauträger ließen es sich nicht nehmen, die Schlüsselübergabe mit samt diversen Vizebürgermeisterinnen etwas zu zelebrieren. Ansprachen gab es jede Menge, Geschenküberreichungen von Bezirk zu Stadt und natürlich von und zu Bauträger.
Ein bisschen an die Volksschule erinnerte dann die tatsächliche Schlüsselübergabe: jeder neue Bewohner wurde aufgerufen, musste vor zum Rednerpult, wo ihm/ihr mit stattlichem Handshake und Siegerfoto der Schlüssel überreicht wurde.
Mein Gott war das ein Trara!
Einige Einrichtungsstreber kamen natürlich gleich mit dem Kleinlaster voller Einrichtung und begannen unmittelbar nach ihrem Handshake, gefolgt von Bemängelungsprotokoll, mit dem Einrichten der neuen Wohnung, was gleich mal zu einer Überlastung des Lift’s führte. Ich fing ganz klein an, montierte ein paar Fassungen für Glühbirnen und ließ mir nur mal das Bett liefern.
Highlight war natürlich der Zugang zur Außenwelt direkt von der Wohnung entweder über die Loggia oder noch besser, gleich auf das Dach rauf. Morgen geh ich Liegestuhl kaufen. Der ist jetzt wirklich wichtig!

So, das Bett wäre nun auch geordert.
Vom aktuellen Hochbett geht es runter bis fast auf den Boden, auf 16cm Höhe um genau zu sein. Letztendlich fiel die Entscheidung auf ein sehr niedriges Tatami-Bett.
Das Bett besteht aus einem naturlackierten Rahmen, in dem ein Lattenrost liegt und auf dem wiederum 2 Tatamis aufliegen. Also eher ein stabileres Bett, weil die Unterlage durch die Tatamis nicht wie bei ein normaler Lattenrost, der ja eine Federwirkung hat, nachgibt.

Darauf kommt dann noch ein Futon der weicheren Art:
- ökologische Baumwolle,
- Naturlatex und
- latexierter Kokos.
Probeliegen hätte diese Anordnung erfolgreich überstanden. Mal schauen wie es ich im Alltagsgebrauch macht. Aber ich bin da recht zuversichtlich. Die Lüftung funktioniert anscheinend mit Tatamis sehr gut und Futons bieten angeblich mit der Baumwolle einen angenehmen Temperaturausgleich – im Winter warm und im Sommer etwas kühler – und sind weniger anfällig für Milben. Die Pflege ist auch nicht allzu aufwändig: einmal im Monat zusammenrollen und etwas schütteln, damit sich die Baumwolle wieder auflockert, sollte reichen.
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